Helfen Knorpelnährstoffe wie Chondroitin oder Glucosamin bei Kniearthrose?

Oft fragen Patienten, ob sie ihr Geld für Knorpelnährstoffe ausgeben sollen, um ihre Kniebeschwerden zu lindern. In der Zeitschrift für Allgemeinmedizin hat Anna Vögele vom EBM-Team nun die aktuelle Literatur gesichtet. In Frage kommen Präparate aus Chondroitin, aus Glucosamin und Kombinationen aus beidem. Für Chondroitin gibt es Studien zur Kniegelenksarthrose, aber auch zur Hüft- oder Handgelenksarthrose. Verglichen mit Plazebo kommt es zu einer leichten, aber immerhin signifikanten Linderung der Schmerzen bei einer Therapiedauer bis 6 Monaten. Für eine Dauer länger als 6 Monate lässt sich kein signifikanter Effekt mehr zeigen. Nebenwirkungen sind selten. Auch Kombinationspräparate zeigen einen leichten Effekt auf Schmerzen. Für Glucosamin sind die Daten uneinheitlicher. In den wissenschaftlich anspruchsvollen Studien zeigt sich eher kein Effekt auf Schmerzen verglichen mit Plazebo, wohl aber für Funktionseinschränkungen. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass Chondroitin allein oder in Kombination mit Glucosamin einen gewissen schmerzlindernden Effekt auf Gelenkschmerzen und Funktionseinschränkungen habe, zumindest bei einer Einnahmedauer bis 6 Monate. Und da die Nebenwirkungen gering sind, spricht also wenig gegen einen Therapieversuch. Die Autorin gibt zu bedenken, dass Glucosamin aus Muscheln und Krustentieren gewonnen wird. Daher sollten Menschen mit Allergien hierauf, auf diese Präparate verzichten. (Quelle ZFA 2016, 92: 487-9)

Rauchen ist gefährlich – auch wenn Sie nur wenig rauchen!

Eine US-Studie, in der 290.000 Teilnehmern zu ihren Rauchgewohnheiten befragt und 6 Jahre lang nachbeobachtet wurden, zeigt jetzt, dass auch das Rauchen von nur 1 Zigarette am Tag das Sterberisiko bereits am 64% verglichen mit Nichtrauchern erhöht. Bei 1-10 Zigaretten pro Tag war das Risiko um 87% höher. Es gibt demnach kein risikofreies Rauchen! (Quelle: Jama Intern Med doi: 10.1001/jamainternmed.2016.7511)

Choosing wisely!

Die US-amerikanische Initiative gegen Überversorgung kommt langsam auch in Deutschland an: Zu viele Röntgenbilder beim unkomplizierten Rückenschmerz, zu viele Herzkatheter mit Stentimplantationen, zu viele Steroide bei COPD, …, die Liste der Überversorgung ist lang. Oft entsteht dies aus Sorge von Ärzten, die Patienten nicht optimal zu versorgen, oft auch weil Patienten auf Maßnahmen bestehen. Die Dt. Gesellschaft für Innere Medizin hat kürzlich 10 wichtige Beispiele an Überversorgung zusammengestellt. Hier einige „Highlights“ auch für den hausärztlichen Bereich: „Keine Bildgebung in den ersten 6 Wochen bei akuten Kreuzschmerzen“, „keine Antibiotika bei akuter Bronchitis“, „Keine Protonenpumpeninhibitoren zum „Magenschutz“ bei Nicht-Risiko-Patienten“, „Keine Tests auf Borrelien oder Chlamydien bei Patienten mit unspezifischen Beschwerden“, „keine Antibiotika bei asymptomatischer Bakteriurie“, „keine Vorsorge-Koloskopie in kürzeren Intervallen als 10 Jahre bei Patienten ohne erhöhtes Risiko“. Wer sich hier einlesen möchte kann dies unter http://www.choosingwisely.org im Netz tun.

Neue Telefonanlage!

Wer heute in der Praxis angerufen hat,  hat es sicherlich schon bemerkt. Unsere Telefonanlage meldet sich jetzt mit einem modernen Anruf-System, d.h. durch Drücken der Taste 1 werden sie mit der Anmeldung verbunden, mit der Taste 2 erreichen sie unser Rezepttelefon und die Taste 3 ist ärztlichen Kollegen oder medizinischen Einrichtungen vorbehalten.

Wir hoffen, dass wir ihnen damit den Kontakt zu uns erleichtern! Falle es anfangs noch zu etwas Anlaufschwierigkeiten kommt, bitten wir um Nachsicht!

Ihr Praxisteam!

Krebszahlen steigen deutlich!

Verglichen mit 2005 haben sich die Zahlen der Krebsneuerkrankungen im Jahr 2015 um 33% erhöht. Gründe hierfür seien laut der Global Burden of Disease Cancer Collaboration vor allem das steigende durchschnittliche Lebensalter und die dadurch bedingte Zunahme altersbedingter Tumorarten. Die Lebenszeit-Krebswahrscheinlichkeit für Männer beträgt demnach 1:3, die von Frauen 1:4. Bevor sie jetzt in Panik verfallen: Viele Krebs-Diagnosen werden durch Vorsorge-Programm wie dem Mammographie-Screening bereits im Frühstadium gestellt und können oft geheilt werden. Und es werden viele Tumore in sehr frühen Stadien entdeckt, die zeitlebens nie ein Problem bereitet hätten (Jama Oncology 2016 und RKI-Krebsbericht).

Unsere neue Homepage!

Nach vielen Jahren mit unserer „alten“ Seite haben wir uns schweren Herzens entschieden, von unserer mit iWeb auf einem Mac erstellten Seite auf WordPress umzustellen. Wir hoffen, dass Ihnen unsere neue Homepage gefällt. Anregungen sind willkommen!