Vitamin D-Hype greift um sich!

Es vergeht derzeit keine Praxiswoche, in der es nicht zu Diskussionen um die neue Modekrankheit „Vitamin-D-Mangel“ kommt. Dazu sei darauf verwiesen, dass die Sonnenstrahlung im Winter zumindest in Norddeutschland tatsächlich nicht ausreicht, um den Vitamin-D-Spiegel stabil zu halten, d.h. bei allen von uns sinkt im Winter der Spiegel, erreicht im Frühjahr sein Minimum, um dann wieder anzusteigen. Hierfür bedarf es keinerlei Messung! Das ist der normale Verlauf. Ein Screening ist völlig unnötig. Wer diesem Abfall entgegen wirken möchte, sollte sich ausreichend im Freien aufhalten und kann seine Ernährung um Vitamin D ergänzen. Dabei sollten hohen Dosen vermieden werden, die leider aktuell von vielen empfohlen werden. Eine gleichmäßige Gabe niedriger Dosen ist vorzuziehen. Studien zeigen, dass man damit das Sturzrisiko bei über 70jährigen Heimbewohnern reduzieren kann. Zudem sei der Hinweis erlaubt, dass Vitamin D nur wirken kann, wenn man dem Körper ausreichend Calcium mit der Nahrung zuführt! Im Internet finden sie zahlreiche „Kalziumrechner“ mit denen sie selber ermitteln können, ob sie genügend Calcium zu sich nehmen (z.B. https://www.rheumaliga.ch/calciumrechner) (Quelle: Der Allgemeinarzt, 1/17, E. Baum, 14-16)